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Stressfreier Osterbrunch durch gute Planung

In diesem Artikel halte ich meinen Planungsprozess für den heurigen Osterbrunch fest.

Wie ich mit 19 von zu Hause ausgezogen bin, hab ich angefangen, oft viele Gäste zu mir einzuladen und sie zu bekochen. Weil ich mir gerne zu viel vornehme, waren das manchmal komplizierte Gerichte, wo ich dann erst 2 Stunden nachdem alle Gäste schon betrunkenen waren draufgekommen bin, dass mir irgendeine Zutat fehlt und ich mich mit der Kochzeit total verschätzt hab. Mir und meinen Gästen war das damals ziemlich wurscht, die Leute haben entweder mitgeholfen oder sich selbst unterhalten. 
Aber mit der Zeit hab ich angefangen, mich beim Kochen für viele Gäste besser zu organisieren. Nicht nur, weil ich nun weniger Zeit zur Verfügung hab, sondern auch, weil ich die Feier selbst stressfreier verbringen möchte.

1. Schritt: Menüplanung

Im ersten Schritt schreibe ich auf, welche Gerichte auf den Tisch kommen sollen. Diese Liste erstelle ich gerne schon ein paar Wochen im Voraus und feile dann daran herum, aber das ist einfach etwas, was mir persönlich Spaß macht, das geht auch schneller 😉

Osterbrunch mit saisonalen Zutaten planen

Die beste Inspiration ist immer das, was gerade Saison hat.

Zu Ostern wären das unter anderem:

Spargel, Spinat, Bärlauch, Radieschen, Rucola, Chicorée, Karotten, Rote Rüben, Rotkraut, Grünkohl, Rhabarber, Äpfel,…

Daneben gibt es natürlich die klassischen Feiertagsgerichte, die man mit Ostern verbindet:

Osterschinken mit Kren, Schinken im Brotteig, Schweinsbraten mit Sauerkraut, Krautsalat und Knödeln, Lamm, diverse Gerichte mit Ei, Osterpinzen, Striezel, Osterlamm aus Biskuit,…

Marzipanstriezel Osterstriezel Striezel Rezept

Zutaten nicht wiederholen

Bei der klassischen Menüplanung in der Gastronomie wird üblicherweise bei den verschiedenen Gängen darauf geachtet, die Zutaten nicht zu wiederholen. Das heißt, wenn in der Suppe schon Bärlauch war, muss er nicht unbedingt auch noch in der Vorspeise und im Hauptgericht vorkommen.

An diese Regel habe ich mich auch bei der Planung für den Osterbrunch gehalten.

Speisen für den Osterbrunch: warm und kalt, Gerichte, die schon vorbereitet werden können

Ein Brunch verbindet ja üblicherweise das Beste aus Frühstück und Mittagessen. Gleichzeitig möchte ich aber, sobald die Gäste da sind, nicht mehr so viel Zeit am Herd direkt verbringen.

Klassische Gerichte mit Ei, die frisch am Besten schmecken, wie Eierspeis, Omelette, Spiegelei, etc. habe ich deswegen nicht mit ins Menü genommen. Außerdem bleiben üblicherweise so viele hartgekochte Ostereier, die dann nach dem Eierpecken halb kaputt sind, übrig, dass ich gar nicht mehr so viel extra Speisen mit Ei brauche (aber das ist mein persönlicher Geschmack).

Frühstücksklassiker wie Croissants werden bei diesem Brunch durch den Osterstriezel ersetzt.

Für die Hauptspeisen habe ich Osterschinken und Rindfleischsalat gewählt, weil die auch kalt gegessen werden können (und auch schon am Vortag zubereitet werden).

Saures Rindfleisch - Sommerlich marinierter Rindfleischsalat

Osterbrunch Menü

Dieses Jahr sieht unser Menüplan für den Osterbrunch so aus:

Suppen

Bärlauchcremesuppe mit Croutons (zum Rezept)

Parmesanbrühe mit Erbsen und Frühlingszwiebeln (Hierfür habe ich mehrere Rinden von Parmesan tiefgekühlt aufgehoben und koche sie zu einer sämigen Brühe. Abgeschmeckt wird das Ganze mit einem kleinen Schuss Schlagobers, Salz, Pfeffer und serviert mit Zuckererbsen und Frühlingszwiebeln)

Kalte Vorspeisenplatte

Geräucherte Forelle und Saibling (aus Österreich, es muss ja nicht immer der Alaska-Wildlachs sein) auf Wildkräuter-Salat.

Käseplatte mit saisonalem Obst: in Zitronensaft marinierte Apfelscheiben, Rhabarbar-Chutney. Saisonales Gemüse: Karottensticks, Radieschen in Scheiben, Rucola, Grünkohl in dünnen Scheiben

Gekochte halbierte Eier mit Senf-„Kaviar“ (Senf mit ganzen Körnern)

Beilagen (warm)

Spargel mit Sauce Hollandaise (gekaufte Sauce, weil die nur frisch gut funktioniert und ich nicht mehr viel kochen will, wenn die Gäste schon da sind)

Braune Champignons mit Knoblauch aus dem Ofen (im Ganzen gebraten mit Knoblauch und Olivenöl, braucht ca. 15 Minuten im Backofen)

Hauptspeisen (kalt)

Osterschinken mit Gebäck, Kren und Essiggurkerln

Rindfleisch-Salat mit roten Zwiebeln, Käferbohnen und Chicorée (Zum Rezept)

Süßes/Mehlspeisen/Gebäck

Osterstriezel (zum Rezept) mit Butter, Marmeladen, Nougataufstrich o.ä.

Schichtdessert mit Mascarpone und Beeren (so ähnlich macht das meine Schwiegermutter)

Biskottentorte von der Urli-Oma (so ähnlich macht meine Oma das Rezept)

2. Schritt: Delegieren!

So gern ich auch koche und alles selber mache, es geht sich einfach nicht aus! Schon allein das Geschirr und der Platz im Kühlschrank würden mir irgendwann ausgehen. Von der Zeit gar nicht zu sprechen. (Es soll ja ein Fest sein, eines bei dem ich selber mitfeiere…)

Also schaue ich mir die Liste an und frage die Leute, von denen ich weiß, dass sie gerne etwas mitbringen.

Dann schaue ich mir an, was ich wirklich selber kochen will und was ich lieber einfach kaufe. Das ist in dem Fall zum Beispiel die Sauce Hollandaise, da hab ich keine Lust, die mitten im größten Trubel frisch zu machen. Auch teilfertige Produkt (wie vorgeschnittenen Salat) zu kaufen, wäre hier eine Möglichkeit zur Entlastung.

In diesem Fall bringt das Schicht-Dessert meine Schwiegermutter und die Biskottentorte meine Oma mit. Es kann sein, dass andere Gäste noch zusätzlich etwas mitbringen, das soll mich nicht stören ;). Wenn ich das vorher weiß, kann ich spontan ein Gericht von der Liste streichen oder weniger davon zubereiten.

3. Schritt: Was kann am Vortag gekocht werden?

Alles was schon am Vortag gemacht werden kann, spart man sich am Feiertag nicht nur an Zeit, sondern auch an Energie ein.

Bei diesem Osterbrunch werde ich schon am Vortag machen:

Rindfleisch kochen

Osterschinken kochen

Eier kochen für Senf-Eier

Senf selber machen (schon länger im Voraus, sollte drei Tage stehen bleiben)

Rhabarbar-Chutney (schon länger im Voraus)

Auch die Suppen könnten schon am Vortag gemacht werden, aber da sie nicht viel Arbeitszeit benötigen, will ich sie frisch kochen.

4. Schritt: Zeitplan für den Feiertag

Für den Tag, an dem der Osterbrunch stattfindet, mache ich einen Zeitplan. Der Plan wird selten ganz genau so eingehalten, aber er hilft mir, dass ich nicht nur rechtzeitig fertig werde, sondern auch extra Zeit zum Umziehen, frisch machen etc. habe. Außerdem sehe ich so auch, wenn sich Gerichte zeitlich überschneiden. (Zum Beispiel zu gleichen Zeit im Backrohr sein müssten etc.)

Der Zeitplan sieht dann etwas so aus:

1 Woche vorher:

  • Senf selber machen
  • Rhabarbar-Chutney selber machen
  • Croutons für Suppe im Ofen rösten
  • Osterschinken und Rindfleisch beim Fleischhauer vorbestellen

1 Tag vorher

  • Rindfleisch kochen (ca. 3 Std.)
  • Osterschinken kochen (ca. 2 Std.)
  • Eier kochen

Am Tag selber (Vorbereitungszeit 3 Stunden)

9 Uhr:

  • Germteig für Striezel machen (30 Min. rasten)
  • Suppen kochen (ca. 30 Min. Vorbereitungszeit)
  • Striezel flechten (nochmal 30 Min. rasten)

10 Uhr

  • Wildkräuter aus dem Garten sammeln
  • Striezel in den Ofen (30 Min.)
  • Champignons putzen und marinieren
  • Alles an Grünzeug und Gemüse schnipseln und anrichten auf Platten

11 Uhr:

  • Striezel aus dem Ofen und mit Marmelade, Butter, etc. anrichten
  • Rindfleisch und Osterschinken dünn schneiden und anrichten, garnieren
  • Eier mit Senf garnieren
  • Champignons in den Ofen
  • Spargel schälen und kochen, Sauce Hollandaise aufwärmen

12 Uhr: Fertig!



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