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ÖSTERREICHISCHES SOULFOOD: FLAUMIGE MARILLENKNÖDEL VON DER OMA

Jeder Mensch sollte jemanden haben, der ihm so flaumige Marillenknödel macht, wie die von meiner Oma. Geborgenheit pur, Seelentröster und Glücklichmacher. Die Knödel aus Topfenteig können natürlich auch mit anderen Früchten wie Erdbeeren oder Zwetschken, oder mit Nougatcreme o.ä. gefüllt werden.

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Omas Geheimtipps (Hinweise zur Zubereitung)

Durch die Brösel im Topfenteig werden die Knödel sehr weich und flaumig. Viele andere Rezepte funktionieren mit Grieß, was die Knödel fester macht. Dadurch fallen sie nicht so leicht auseinander, sind aber eben auch nicht so flaumig.

Das Auseinanderfallen kann meiner Erfahrung nach verhindert werden, wenn der Teig für ca. eine Stunde im Kühlschrank rastet, bevor die Knödel geformt werden. Wichtig ist auch die Kochtemperatur. Die Knödel sollen bei mittlerer Hitze kochen, und zwar wirklich kochen, nicht nur sieden. Zu stark sollen sie aber auch wieder nicht kochen, sonst zerfallen sie ebenfalls recht leicht. ;D

Das Geheimnis bei den Knödeln meiner Oma ist außerdem, dass sie die Brösel mit ziemlich viel Zucker und Butter anröstet. Die Menge an Butter und Zucker im Rezept unten kann gerne erhöht werden, das Rezept gibt quasi die „Mindestmenge“ an. 😉

Viele verstecken ja gerne ein Stück Würfelzucker in der Marille, damit sie süßer wird. Wir kochen meistens mit gefrorenen Marillen und lassen den Kern drin. Dafür serviert meine Oma gerne Marillenmarmelade, die man sich dann zusätzlich aufs Knödel schmiert.

Marillenknödel einfrieren?

Wenn die Marillen vorher noch nicht eingefroren waren, können die Knödel ungekocht (nicht in Brösel gewälzt) gut eingefroren werden. Dazu am Besten einzeln einfrieren, damit sie nicht zusammenkleben. Sobald die Knödel tiefgekühlt sind, können sie in einem größeren Behälter zusammen lagern. Zur Zubereitung können sie wie im Rezept ohne Auftauen im Topf gekocht werden (evtl. ein paar Minuten längere Kochzeit). Danach wie im Rezept in frischen Bröseln wälzen.

Die Knödel halten sich auch 1-2 Tage im Kühlschrank, am besten schmecken sie aber eindeutig, wenn sie ganz frisch serviert werden.

Omas Tipp: Damit sie das ganze Jahr über Marillen für Knödel hat, friert meine Oma in der Marillensaison immer jede Menge Marillen ein! Die gefrorenen Marillen sollten ohne Auftauen verwendet werden, ansonsten werden sie zu weich. Wer den Kern entfernen und die Marillen mit Würfelzucker füllen will, sollte das vor dem Einfrieren machen.

Semmelbrösel selber machen

Meine Oma hebt alte, harte Semmeln immer auf und dreht in einer Bröselmühle ihre Semmelbrösel selber. Statt einer Bröselmühle funktioniert auch ein Mixer (Blender) sehr gut.

Altes Weißbrot, Baguettes und Semmeln können laufend getrocknet und gesammelt werden. Vor dem Trocknen am Besten in kleinere Stücke schneiden. So trocknen die Semmeln schneller und können leichter gemahlen werden. Solange sie gut getrocknet werden, kann man sie sehr lange lagern.

Wer gerade ganz dringend Marillenknödel machen muss, aber nur frische Semmeln und keine Semmelbrösel zu Hause hat, kann natürlich auch die klein geschnittenen Semmeln (Baguette, helles Brot etc.) im Backofen trocknen und dann zu Bröseln mahlen.

Wer gerade keine Semmelbrösel zu Hause hat, aber Semmelwürfel, kann natürlich auch diese verwenden und im Blender zerkleinern.

Semmelbrösel aus Vollkorn?

Dunkles oder Vollkornbrot statt den Semmeln aus Weizen-Weißmehl würde theoretisch auch funktionieren, hat mich aber geschmacklich nicht überzeugt. Ich bin zwar ansonsten ein Vollkorn-Fan, aber bei diesem Rezept würde ich wirklich bei Semmelbröseln aus Weizen-Weißmehl bleiben.

Marillenknödel

Omas Marillenknödel (aus Topfenteig)

Original-Rezept für die wahnsinnig flaumigen Marillenknödel von meiner Oma.
Zubereitungszeit 30 Min.
Rastzeit 1 Std.
Arbeitszeit 1 Std. 30 Min.
Portionen 6 Knödel

Equipment

  • Schüssel (ca. 3l Fassungsvermögen)
  • Schneebesen (oder Handmixer, Rührgerät)
  • Kochlöffel
  • Pfanne
  • großer Topf (ca. 4-5l Fassungsvermögen)

Zutaten
  

Topfenteig

  • 60 g Margarine (keine Butter)
  • 1 Ei 2 Stk. wenn klein
  • 1 Prise Salz
  • 250 g Topfen
  • 80 g Semmelbrösel
  • 40 g Mehl kein Vollkorn, am Besten universal oder griffig
  • 6 Marillen frisch oder eingefroren, mit Kern oder alternativ entkernt und ein Stück Würfelzucker statt des Kernes

Brösel zum Wälzen

  • 60 g Butter (mit Margarine schmeckt es nicht so gut)
  • 300 g Semmelbrösel
  • 60 g Kristallzucker

Anleitungen
 

Topfenteig

  • Ein paar Stunden vor der Zubereitung die Margarine aus dem Kühlschrank geben. Wenn sich das nicht mehr ausgeht, kann die Margarine auch in der Mikrowelle geschmolzen, und dann ein paar Minuten stehen gelassen werden. Sie soll weich sein, aber nicht mehr heiß.
  • Margarine, Ei und die Prise Salz in einer großen Schüssel mit dem Schneebesen flaumig rühren, bis sich ein wenig Schaum bildet.
    Topfen, Brösel und Mehl untermengen und mit Kochlöffel oder per Hand alles gut vermengen.
  • Schüssel zudecken und im Kühlschrank für eine Stunde rasten lassen.

Semmelbrösel zum Wälzen

  • In einer Pfanne die Butter schmelzen, Semmelbrösel und Zucker hinzufügen. Auf mittlerer Stufe für ca. 10-15 Minuten rösten, bis die Brösel eine goldbraune Farbe haben und leicht nach Karamell duften. Dabei immer beim Herd bleiben und umrühren.
    Danach sofort vom Herd nehmen, damit sie nicht verbrennen. Sobald die Brösel ein dunkleres Braun haben, müssen sie schnell auf ein Teller o.ä., damit sie in der noch heißen Pfanne nicht verbrennen.

Knödel formen

  • Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und in 6 gleich große Stücke teilen. Jeweils ein Stück in die Hand nehmen und zu einer Scheibe formen. In die Scheibe wird die Marille gelegt. Danach mit beiden Händen die Marille mit dem Teig gleichmäßig umhüllen.
  • Knödel in den Händen rollen, damit es gleichmäßig rund wird und keine Löcher im Teig bleiben.

Knödel kochen

  • Einen großen Kochtopf (4-5 Liter Fassungsvermögen) zur Hälfte mit Wasser füllen und zum Kochen bringen. Wasser leicht salzen.
  • Alle Knödel ins kochende Wasser legen und bei mittlerer Hitze für ca. 12-15 Minuten kochen lassen.
    Achtung: Wenn das Wasser nur leicht siedet (also nur ganz wenige und winzig kleine Blubberblasen kommen), dann zerfließt die Margarine in den Knödeln, bevor sie fest werden können. Dadurch zerfallen die Knödel. Wenn aber das Wasser zu stark kocht, können sie ebenfalls zerfallen.

In Semmelbrösel wälzen

  • Die fertigen Knödel abseihen und in den gerösteten Semmelbröseln wälzen.
  • Vor dem Servieren mit Staubzucker bestreuen. Meine Oma serviert dazu auch gerne Marillenmarmelade, falls die Marillen nicht süß genug sind 😉

Notizen

Die Knödel aus Topfenteig können alternativ auch mit anderen Früchten z.B. Erdbeeren oder Zwetschgen (Pflaumen), oder auch mit Haselnusscreme etc. gefüllt werden. Sie können auch ohne Füllung zubereitet werden, und dann mit einem Fruchtmus oder Kompott serviert werden. Auch die Brösel können z.B. mit geriebenen Nüssen etc. verfeinert werden.

2 Antworten auf „ÖSTERREICHISCHES SOULFOOD: FLAUMIGE MARILLENKNÖDEL VON DER OMA“

boah , sehen die aber guuuuttt aus !
ich liebe süße Knödel und bin überrascht, wie einfach das Rezept ist…und dann noch nach Oma´s Rezept- besser geht es nicht 🙂

love
sophia

Vielen Dank!! 🙂 Ja ich liebe sie auch und bestell sie fast jedes mal, wenn ich meine Oma besuchen geh 😉 liebe Grüße!

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